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Katholische Religion

Als Folge der geschichtlichen Situation und eines anhaltenden Säkularisierungsprozesses
ist oft eine Entfremdung der Menschen von religiösen
Fragen und christlichen Traditionen zu beobachten. Erwachsene und Jugendliche
stehen religiösen Phänomenen sowie pseudoreligiösen Angeboten
häufig hilflos gegenüber. Sinn- und Werteorientierung werden
durch die erfahrene Pluralität und Individualisierung von Religion erschwert.
Der christliche Glaube, die christliche Gemeinschaft, die Bibel, die
Tradition und das Brauchtum sind nur Wenigen vertraut. Zugleich aber
lässt sich eine religiöse Neugier bei der nachwachsenden Generation
feststellen. So ist für viele Heranwachsende an sächsischen Mittelschulen
das Fach Katholische Religion eine Möglichkeit der Begegnung mit
Christentum und gelebtem Glauben.
Die religiöse und die ethische Dimension sind tragende Elemente des Erziehungs-
und Bildungsauftrages der Schule. Im Kontext einer sich verändernden
Gesellschaft und den daraus folgenden Orientierungsproblemen
leistet das Fach Katholische Religion einen eigenständigen Beitrag
bei der Verwirklichung des Erziehungs- und Bildungsauftrages der Mittelschule.
Der christlich-ethischen Bildung kommt deshalb eine Schlüsselposition
zu, da sie in vielfältiger Weise Möglichkeiten zur Orientierung und Selbstfindung
gibt. Das Fach Katholische Religion gibt Hilfestellung, eigene Begabungen
zu entfalten, Grenzen anzunehmen und Vertrauen in das eigene
Leben zu gewinnen.
Gläubige Schüler können ihre religiösen Erfahrungen einbringen und mit
zunehmendem Alter und Wissen ihren Glauben begründen. Konfessionslose
Schüler erhalten die Möglichkeit, in Auseinandersetzung mit
katholischen Lehrpersonen und Mitschülern eigene religiöse Vorstellungen
zu entwickeln.
Alle Schüler werden ermutigt, eigene Ausdrucksformen der Lebensgestaltung
zu finden und ihre religiöse Identität herauszubilden.
Der katholische Religionsunterricht ist nach Art.7(3) des Grundgesetzes
der Bundesrepublik Deutschland, nach Art. 105 (1) der Verfassung des
Freistaates Sachsen sowie § 18 des Sächsischen Schulgesetzes
ordentliches Lehrfach, für das der Staat und die Kirche gemeinsam
Verantwortung tragen. Er wird "unbeschadet des allgemeinen
Aufsichtsrechtes des Freistaates Sachsen nach den Grundsätzen“ der
katholischen Kirche erteilt (Art. 105 (2) LV). Er ist von ökumenischem
Geist getragen und offen für alle Schüler.
Im Fach Katholische Religion findet im Unterschied zur Gemeinde-
Katechese kein Einüben christlicher Glaubenspraktiken statt.

Unterrichtsmaterialien (Elixier)