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Evangelische Religion

Das Fach Evangelische Religion hilft den Schülern, sich in der Vielfalt
möglicher Lebensentwürfe und Weltdeutungen zurechtzufinden. Dies geschieht
in der Auseinandersetzung mit der in unserem Kulturkreis wirksamen
christlichen Tradition und in der Begegnung mit anderen religiösen
und weltanschaulichen Erfahrungen.
Das Fach Evangelische Religion erschließt nicht nur Wissen über das
Christentum als verfasste Religion, sondern auch über religiöse Phänomene
und Dimensionen menschlichen Lebens.
Im christlichen Kontext ist ein religiöses Lebens- und Weltverständnis
wesentlich durch den Begriff Hoffnung geprägt. Hoffnung entsteht im
Vertrauen auf den befreienden Zuspruch Gottes in Jesus Christus. Gottes
Zuspruch motiviert zum Engagement für die Welt im Bewusstsein der
Vorläufigkeit menschlicher Existenz und der Möglichkeit der Vergebung.
Diese Haltung ermöglicht eine kritische Distanz gegenüber einer Funktionalisierung
und Instrumentalisierung des Menschen.
Das Fach Evangelische Religion nimmt die Situation der Schüler mit ihren
Wünschen und Ängsten, in ihrer Suche nach Sinn auf und begleitet
Übergänge in schwierigen Entwicklungsphasen.
Das Fach Evangelische Religion thematisiert die Beziehung des Einzelnen
zu anderen Menschen, zu Gott und der Welt als Ganzer.
Da Religion eine Metaperspektive auf die Wirklichkeit einnimmt, integriert
das Fach Evangelische Religion Einzelaspekte der Fächer und stellt
diese in ihren kulturellen Sinnzusammenhang. So ist zum Verständnis
der christlichen Traditionen und Gottesvorstellungen die Kategorie der
Geschichtlichkeit unverzichtbar. Zudem sind religiöse Traditionen ohne
soziale und politische Bezüge nicht verstehbar.
Das Fach Evangelische Religion leistet durch die Erarbeitung religiöser
Ausdrucksfähigkeit und Begrifflichkeit einen Beitrag zur Sprachfähigkeit
der Schüler. Dies geschieht durch den Einsatz hermeneutischer Verfahren
zur Texterschließung und Interpretation von künstlerischen Gestaltungen.
Das Fach Evangelische Religion setzt sich mit der Deutung von virtueller
Wirklichkeit auseinander. Dabei wird die Nutzung moderner Medien und
Informationstechnologien analysiert und reflektiert.
Der spezifische Beitrag des Faches Evangelische Religion zur Allgemeinbildung
und Studierfähigkeit liegt in der Entwicklung hermeneutischer
Kompetenz und ethischer Urteilsfähigkeit.
Art. 7(3) des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland, der Art.
105 (1) der Verfassung des Freistaates Sachsen und § 18 des Sächsischen
Schulgesetzes erklären, dass das Fach Religion ein ordentliches
Lehrfach ist. Dabei tragen Staat und Kirche gemeinsam Verantwortung.
Das Fach Evangelische Religion wird „unbeschadet des allgemeinen
Aufsichtsrechts des Freistaates Sachsen nach den Grundsätzen der Kirchen
erteilt“ (Art. 105(2), LV).

Unterrichtsmaterialien (Elixier)